Hund ins Büro mitnehmen – den Hund mit zur Arbeit zu nehmen, ist für viele Hundebesitzer ein Traum. Die Vorstellung, den geliebten Vierbeiner den ganzen Tag bei sich zu haben, klingt verlockend. Doch damit aus diesem Traum nicht ein stressiges Erlebnis für Hund, Herrchen und Kollegen wird, bedarf es sorgfältiger Vorbereitung und Training. In diesem umfassenden Ratgeber von Hundeleben erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen, um Ihren Hund ins Büro mitnehmen zu können und erfolgreich ins Büro zu integrieren.
Warum Hunde am Arbeitsplatz eine gute Idee sind
Studien zeigen, dass Hunde am Arbeitsplatz zahlreiche Vorteile bieten. Sie reduzieren Stress, fördern die soziale Interaktion zwischen Kollegen und steigern nachweislich die Arbeitszufriedenheit. Für den Hund selbst bedeutet es, weniger alleine zu sein und mehr Zeit mit seinem Besitzer zu verbringen. Doch nicht jeder Hund ist automatisch für das Büroleben geeignet.
Grundvoraussetzungen: Das Training beginnt zu Hause
Bevor Ihr Hund seinen ersten Tag im Büro verbringt, sollte er bereits über grundlegende Fähigkeiten verfügen. Das Training für einen erfolgreichen Bürohund beginnt in den eigenen vier Wänden.
Essenzielle Kommandos für den Büroalltag
Ihr Hund sollte folgende Grundkommandos sicher beherrschen:
Sitz und Platz: Diese Kommandos sind unverzichtbar, wenn Sie möchten, dass Ihr Hund ruhig an seinem Platz bleibt, während Sie arbeiten oder wenn Kollegen vorbeikommen.
Bleib: Besonders wichtig, wenn Sie kurz den Raum verlassen müssen oder Ihr Hund an seinem Platz bleiben soll, während Sie in einem Meeting sind.
Aus bzw. Lass es: Dieses Kommando verhindert, dass Ihr Hund Gegenstände vom Boden aufnimmt, Kabel anknabbert oder sich am Essen anderer Kollegen bedient.
Ruhiges Verhalten üben
Ein Bürohund muss lernen, sich über längere Zeiträume ruhig zu verhalten. Üben Sie zu Hause, während Sie arbeiten oder anderen Tätigkeiten nachgehen. Belohnen Sie Ihren Hund, wenn er entspannt auf seiner Decke liegt, ohne ständige Aufmerksamkeit einzufordern. Beginnen Sie mit kurzen Zeiträumen und steigern Sie diese allmählich.
Gesundheitliche Vorbereitungen
Stellen Sie sicher, dass Ihr Hund alle notwendigen Impfungen erhalten hat und regelmäßig entwurmt sowie gegen Flöhe und Zecken behandelt wird. Ein Besuch beim Tierarzt vor dem ersten Bürotag ist empfehlenswert, um sicherzugehen, dass Ihr Hund gesundheitlich fit ist.
Sozialverhalten: Höfliche Begrüßungen trainieren
Ein überenthusiastischer Hund, der jeden Kollegen anspringt oder laut bellend begrüßt, wird schnell zum Problem. Das Training eines angemessenen Begrüßungsverhaltens ist daher essenziell.
Training ruhiger Begrüßungen
Beginnen Sie das Training zu Hause oder auf vertrauten Spaziergängen. Wenn Ihr Hund Menschen begegnet, sollte er lernen, dass ruhiges Verhalten belohnt wird. Ignorieren Sie überdrehtes Verhalten wie Hochspringen oder lautes Bellen und belohnen Sie Ihren Hund erst, wenn er sich beruhigt hat. Mit der Zeit wird Ihr Hund verstehen, dass gelassene Begrüßungen der Schlüssel zu Aufmerksamkeit und Leckerlis sind.
Umgang mit verschiedenen Persönlichkeiten
Im Büro wird Ihr Hund auf verschiedene Menschen treffen – manche mögen Hunde, andere sind vielleicht unsicher oder haben sogar Angst. Trainieren Sie Ihren Hund darauf, auch Distanz zu respektieren und nicht jeden sofort begrüßen zu müssen.
Der Weg zur Arbeit: Den Arbeitsweg vorbereiten
Die Art und Weise, wie Sie zur Arbeit kommen, spielt eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung Ihres Hundes auf den Büroalltag.
Mit dem Auto
Wenn Sie mit dem Auto fahren, gewöhnen Sie Ihren Hund schrittweise an Autofahrten. Beginnen Sie mit kurzen Fahrten und steigern Sie die Dauer allmählich. Ihr Hund sollte sicher in einer Transportbox oder mit einem speziellen Hundesicherheitsgurt gesichert sein. Üben Sie auch das Ein- und Aussteigen, damit dies stressfrei abläuft.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Öffentliche Verkehrsmittel können für Hunde besonders herausfordernd sein. Die Geräuschkulisse, die Menschenmenge und die engen Räume erfordern eine gründliche Gewöhnung. Beginnen Sie mit Fahrten außerhalb der Stoßzeiten und belohnen Sie ruhiges Verhalten großzügig. Nutzen Sie zunächst nur eine oder zwei Stationen und steigern Sie die Fahrdauer allmählich.
Zu Fuß
Auch wenn der Fußweg am unkompliziertesten erscheint, sollten Sie bedenken, dass der Weg möglicherweise länger ist als Ihre üblichen Spaziergänge. Zudem kann der Berufsverkehr für Ihren Hund stressig sein. Üben Sie den Weg mehrmals am Wochenende, um sicherzustellen, dass Ihr Hund die Strecke problemlos bewältigt.

Den Arbeitsplatz hundefreundlich gestalten
Ein durchdachter Arbeitsplatz ist entscheidend für das Wohlbefinden Ihres Hundes während des Arbeitstages.
Die richtige Position des Arbeitsplatzes
Idealerweise sollte Ihr Arbeitsplatz nicht direkt an einem stark frequentierten Durchgang liegen. Eine ruhige Ecke oder ein Platz an der Wand bietet Ihrem Hund mehr Ruhe und gibt ihm ein Gefühl von Sicherheit. Überlegen Sie, ob Sie Ihren üblichen Arbeitsplatz ggf. verlegen können, wenn dieser für einen Hund ungeeignet ist.
Gefahrenquellen beseitigen
Überprüfen Sie Ihren Arbeitsbereich auf potenzielle Gefahren:
- Stromkabel und Ladegeräte sollten außer Reichweite sein oder mit Kabelkanälen gesichert werden
- Giftige Pflanzen müssen entfernt werden
- Kleine Gegenstände, die verschluckt werden könnten, sollten nicht herumliegen
- Achten Sie auf rutschigen Boden – eventuell benötigen Sie eine rutschfeste Matte
Rückzugsort einrichten
Ihr Hund benötigt einen gemütlichen Platz, an dem er sich zurückziehen und ausruhen kann. Eine weiche Decke oder ein Hundebett sollten griffbereit sein. Platzieren Sie diesen Ruheplatz so, dass Ihr Hund Sie sehen kann, aber nicht im Durchgangsverkehr liegt.
Wasser, Futter und Beschäftigung
Stellen Sie sicher, dass Sie einen geeigneten Platz für Wassernapf, eventuelles Futter und Beschäftigungsmaterial haben. Diese Dinge sollten nicht im Weg stehen und auch nicht zu nah an anderen Hunden platziert werden, falls weitere Kollegen ihre Vierbeiner mitbringen.
Kollegen und Kolleginnen vorbereiten
Die Akzeptanz Ihrer Kollegen ist entscheidend für den Erfolg Ihres Vorhabens.
Offene Kommunikation
Sprechen Sie im Vorfeld mit Ihrem Team und Ihren Vorgesetzten. Klären Sie folgende Punkte:
- Sind alle damit einverstanden, dass ein Hund im Büro ist?
- Gibt es Allergiker im Team?
- Wie wird mit gelegentlichem Bellen oder kleineren Missgeschicken umgegangen?
- Gibt es bestimmte Bereiche oder Zeiten, in denen der Hund nicht dabei sein sollte?
Grenzen und Regeln kommunizieren
Informieren Sie Ihre Kollegen über die Bedürfnisse und Grenzen Ihres Hundes:
- Hat Ihr Hund Futtermittelallergien oder -unverträglichkeiten?
- Welche Lebensmittel sind für Hunde grundsätzlich giftig?
- Möchten Sie, dass Kollegen Ihren Hund füttern dürfen, oder sollten sie das lieber lassen?
- Gibt es Situationen, in denen Ihr Hund nicht gestreichelt werden sollte?
Die Notfall-Ausrüstung: Was muss mit ins Büro?
Wie Sie selbst täglich Ihre Tasche packen, benötigt auch Ihr Hund eine eigene Büroausstattung.
Die Checkliste für den Bürohund
Grundausstattung:
- Halsband, Geschirr (falls verwendet), Leine und Hundemarke mit Ihren Kontaktdaten
- Futter, Wasser, Näpfe und Leckerlis
- Eventuell benötigte Medikamente
Komfort:
- Hundedecke, Kissen oder Hundebett
- Lieblingsspielzeug
- Kauartikel und Beschäftigungsspielzeug für ruhige Momente
Hygiene:
- Kotbeutel
- Handtuch
- Enzymreiniger für eventuelle Unfälle
- Feuchttücher
Notfallplan erstellen
Überlegen Sie sich im Voraus:
- Wer kann auf Ihren Hund aufpassen, wenn Sie spontan in ein Meeting müssen?
- Was tun Sie, wenn Ihr Hund Anzeichen von Stress oder Unwohlsein zeigt?
- Können Sie im Notfall spontan nach Hause gehen?
- Gibt es eine Person außerhalb des Büros, die Ihren Hund abholen könnte?
Die Eingewöhnungsphase: Schritt für Schritt zum Bürohund
Eine schrittweise Eingewöhnung ist der Schlüssel zum Erfolg. Überstürzen Sie nichts und gehen Sie auf die individuellen Bedürfnisse Ihres Hundes ein.
Phase 1: Halbtage
Beginnen Sie mit halben Arbeitstagen. Bringen Sie Ihren Hund morgens für einige Stunden mit und beobachten Sie, wie er sich verhält. Zeigt er Anzeichen von Stress oder Überforderung? Oder ist er entspannt und neugierig?
Phase 2: Einzelne volle Tage
Wenn die Halbtage gut funktionieren, können Sie zu ganzen Arbeitstagen übergehen. Wählen Sie zunächst nur einen oder zwei Tage pro Woche aus, an denen Ihr Hund Sie begleitet. Wichtig ist, dass zwischen diesen Tagen auch Ruhetage liegen.
Phase 3: Mehrere aufeinanderfolgende Tage
Steigern Sie allmählich die Anzahl der aufeinanderfolgenden Tage. Beobachten Sie dabei genau, wie Ihr Hund reagiert. Manche Hunde sind am Montag und Dienstag noch voller Energie, zeigen aber am Mittwoch erste Ermüdungserscheinungen.
Phase 4: Die volle Arbeitswoche
Erst wenn Ihr Hund auch mehrere aufeinanderfolgende Tage im Büro entspannt und zufrieden ist, sollten Sie eine ganze Arbeitswoche anvisieren. Bedenken Sie: Nicht jeder Hund ist für fünf Tage Büro pro Woche geeignet. Manche Hunde bevorzugen ein oder zwei Ruhetage zu Hause.
Körpersprache des Hundes verstehen: Stress erkennen
Die Fähigkeit, die Körpersprache Ihres Hundes richtig zu deuten, ist entscheidend, um Überforderung rechtzeitig zu erkennen.
Stresssignale beim Hund
Achten Sie auf folgende Anzeichen:
- Übermäßiges Hecheln (ohne körperliche Anstrengung)
- Gähnen in nicht-müden Situationen
- Lippenlecken und Schnauze lecken
- Weggedrehter Kopf oder Vermeidung von Blickkontakt
- Eingezogene Rute oder Rute zwischen den Beinen
- Angelegte Ohren
- Geweitete Pupillen
- Zittern oder Unruhe
- Übermäßiges Bellen oder Winseln
Bei Stress richtig reagieren
Wenn Sie Stresssignale bemerken:
- Reduzieren Sie Umweltreize (z.B. in ein ruhigeres Zimmer wechseln)
- Gönnen Sie Ihrem Hund eine Pause im Freien
- Bieten Sie Wasser und einen ruhigen Rückzugsort an
- Überlegen Sie, ob der Tag für heute beendet werden sollte
- Planen Sie für die Zukunft mehr Ruhepausen ein
Der Büroalltag: Routine ist der Schlüssel
Wenn die Eingewöhnungsphase erfolgreich abgeschlossen ist, können Sie die tägliche Routine mit Ihrem vierbeinigen Kollegen genießen.
Regelmäßige Pausen einplanen
Hunde benötigen regelmäßige Bewegung und Toilettenpausen. Planen Sie mindestens alle 3-4 Stunden eine kurze Runde ein. Diese Pausen sind nicht nur für Ihren Hund wichtig, sondern tun auch Ihnen gut – frische Luft und Bewegung steigern Ihre eigene Produktivität.
Morgenroutine etablieren
Beginnen Sie jeden Arbeitstag mit einer festen Routine: Ein ausgiebiger Morgenspaziergang vor der Arbeit hilft Ihrem Hund, Energie abzubauen. Im Büro angekommen, sollte Ihr Hund wissen, wo sein Platz ist und was von ihm erwartet wird.
Mittagspause nutzen
Die Mittagspause eignet sich perfekt für eine längere Gassirunde. Dies ist auch eine gute Gelegenheit, dass Ihr Hund sein Geschäft erledigen kann und etwas Abwechslung vom Büroalltag bekommt.
Feierabendroutine
Auch der Feierabend sollte routiniert ablaufen. Packen Sie die Sachen Ihres Hundes zusammen, verabschieden Sie sich von Kollegen und sorgen Sie für einen entspannten Heimweg.

Langfristige Überlegungen: Ist Ihr Hund für das Büro geeignet?
Nicht jeder Hund ist für das Büroleben geschaffen, und das ist völlig in Ordnung.
Persönlichkeit des Hundes beachten
Manche Hunde sind von Natur aus entspannter und genießen die Gesellschaft vieler Menschen. Andere sind sensibler und werden durch die vielen Reize im Büro schnell überfordert. Beobachten Sie Ihren Hund ehrlich und objektiv.
Alter und Gesundheit berücksichtigen
Junge, energiegeladene Hunde benötigen möglicherweise mehr Bewegung und Beschäftigung, als ein Bürotag bieten kann. Ältere Hunde oder solche mit gesundheitlichen Einschränkungen könnten von der ruhigen Umgebung profitieren, brauchen aber eventuell mehr Ruhepausen.
Flexibilität bewahren
Seien Sie bereit, Ihre Pläne anzupassen. Vielleicht stellen Sie fest, dass Ihr Hund zwar gerne ins Büro kommt, aber nicht jeden Tag. Eine Mischung aus Bürotagen und Tagen zu Hause könnte die ideale Lösung sein.
Hund mit ins Büro nehmen (FAQs)
Darf ich meinen Hund einfach so mit zur Arbeit nehmen?

Nein, es gibt kein gesetzliches Recht darauf, den Hund mit ins Büro zu nehmen. Sie benötigen immer die ausdrückliche Erlaubnis Ihres Arbeitgebers. Es ist ratsam, diese Zustimmung schriftlich festzuhalten, um rechtlich abgesichert zu sein. Auch die Kollegen sollten vorab informiert werden, um sicherzustellen, dass niemand unter Allergien oder Ängsten leidet.
Welche Voraussetzungen sollte mein Hund für den Büroalltag erfüllen?

Ihr Hund sollte gut sozialisiert sein, freundlich auf fremde Menschen reagieren und keine Angst vor typischen Bürogeräuschen haben. Besonders wichtig ist, dass er das Kommando „Decke“ oder „Platz“ beherrscht, damit er entspannt an seinem Rückzugsort verweilt, auch wenn Kollegen den Raum betreten oder verlassen.
Wie sollte der ideale Arbeitsplatz für einen Bürohund ausgestattet sein?

Der Hund braucht einen festen Rückzugsort (Körbchen oder Decke), der nicht im Durchgangsbereich oder in der Nähe von Gefahrenquellen wie Stromkabeln liegt. Zur Grundausstattung gehören zudem ein Wasser- und Futternapf sowie eventuell ein Kauartikel oder ein geräuschloses Spielzeug zur Beschäftigung.
Wer haftet, wenn der Hund im Büro einen Schaden anrichtet?

Nach § 833 BGB haftet grundsätzlich immer der Tierhalter für Schäden, die sein Hund verursacht – unabhängig vom Verschulden. Daher ist eine Hundehaftpflichtversicherung absolut notwendig und wird von vielen Arbeitgebern sogar vorausgesetzt, bevor der Hund mitgebracht werden darf.
Welche Vorteile bietet ein Hund für das Arbeitsklima?

Studien zeigen, dass Hunde im Büro das Stresslevel senken und die Ausschüttung von Glückshormonen wie Oxytocin fördern. Sie lockern die Atmosphäre auf, dienen als „Eisbrecher“ für Gespräche zwischen Kollegen und sorgen durch die nötigen Gassirunden in der Pause für Bewegung und frische Luft, was die Konzentration steigert.

